Nach dem Young Struggle Kongress

Nach dem Young Struggle Kongress

KÖLN (27.01.2014)- Kongresse sind in einer Hinsicht Momente in denen wir zurückblicken. Die Arbeit eines gesamten Jahres spiegelt sich im Kongress wieder, das Niveau, welches die Organisation erreicht hat, wird in der Situation verdeutlicht.

Natürlich ist dies eine richtige These und jeder blickt mit diesem Auge auf das Kongress. Aber politische Ereignisse und Aktionen sind keine mathematischen Rechnungen. Manchmal macht 2+2 = 5, unerwartete Stürze oder Sprünge passieren und die Geschichte schreitet so gar nicht arithmetisch voran. Auch für Kongresse ist das gültig, also es gibt keinen Automatismus, nach dem sich alles was sich in einem Jahr angesammelt hat, im Kongress wiederspiegelt. Zum Beispiel können wir ein Jahr lang eine gute Arbeit geleistet haben, aber es in dem Moment nicht wiedergeben können. Oder eine Zeit, die nicht gut lief, mit einem enthusiastischen und aufregenden Kongress abschließen.

Am 18. – 19. Januar wurde das 4. Young Struggle Europa Kongress verwirklicht. Was für ein Bild die Jugendarbeit durch den Kongress vermittelt hat, werden wir im Folgenden auf den Grundgehen.

Als wir in den Saal eingetreten sind, ist klar, dass die Vorbereitungsarbeit vom Logistik Komitee wichtig geschätzt wurde. Technische Vorbereitung, visuelle Erscheinung, 2-sprachige Kongressunterlagen auf den Tischen war Ausdruck dessen. Natürlich hat die Zeitplanung nicht ganz funktioniert, es sind Zwischenfälle passiert, aber nachdem klar war, dass das Haupttransparent verspätet erscheinen würde, haben die jungen Macher das Transparent mithilfe von technischer Ausstrahlung an die Wand “gehangen”. Ist es nicht gerade das was zählt, eine Lösung finden, einen revolutionären Ausweg?

Die Beteiligung war über 30, aber das ist nicht die Realität von YS. Richtiger gesagt, gab es diese Realität und wurde gelebt, aber es ist eine Realität, die leicht zu ändern ist. Diskussionen, in denen es um Verdoppelung, sogar Verdreifachung geht, sind so gar nicht übertrieben, ganz im Gegenteil sogar die richtigen Ziele für das nächste Jahr.

Dass alle Tagesordnungspunkte mit kurzen Präsentationen bestückt und von verschiedenen Jugendlichen vorgetragen wurden, ist eine richtige Methode.

Indem man die Widerstände in Hamburg auswertete und unter dem Slogan “Lasst uns die Festung Europa erobern” eine Kampagne im April angehen will, die die Situation der Flüchtlinge, soziale Fragen und das Problem Rassismus in die Hand nimmt und vereinigt, hat YS seine politische Qualität bewiesen.

Lebhaft wurden Fragen diskutiert, wie mit welchen Mitteln der Freiheitskampf junger Frauen organisiert werden sollte, wie massenhafte Camps noch erfolgreicher organisiert werden sollten, welche alten und neuen Erfahrungen es dazu gibt.

Die Jugendlichen, die aus verschiedenen Ländern zu uns traten, haben sich kennengelernt, voneinander gelernt, Erfahrungen und Gedanken ausgetauscht und voneinander Kraft geschöpft. Wenn es von Zeit zu Zeit auch schwer zu verstehen war, was diskutiert wurde, aufgrund verschiedener Sprachen, hat es sich gezeigt, dass unterschiedliche Sprachen sprechen kein Hindernis füreinander ist.

Dass Jugendorganisationen wie die YXK, Rote Aktion und die Rote Antifa Beiträge geleistet haben, den Anspruch äußerten den Kampf zu erhöhen, hat dem Kongress eine zusätzliche Kraft und Aufregung beigetragen und war Ausdruck der wichtigen Einheit zwischen den einheimischen und migrantischen Jugendlichen.

Außerdem haben die aktive Beteiligung und die Beiträge des Co-Vorsitzenden von AvEG-Kon gezeigt, dass er nicht wie ein Gast anwesend war, sondern dass der Wille unterschiedlicher Generationen voneinander zu lernen und gemeinsam noch stärker zu sein vorhanden ist.

Dass die Jugendlichen, die in den neuen Vorstand gewählt wurden, sich alle selbst vorgeschlagen haben und das der Großteil von ihnen junge Frauen sind, ist sehr hoffnungsverheißend.

Im Anschluss wurde eine Kontrollkomission gewählt – wieder mit überwiegendem Frauenanteil – der bereits während des Kongresses anschaulich bewiesen hat, den Vorstand an Ort und Stelle und zur richtigen Zeit zu kontrollieren und die Aufgaben gewissenhaft zu erledigen.

Der 4. Kongress von Young Struggle hat von Rojava bis Gezi, von Gezi bis Hamburg, das Versprechen gegeben, den Widerstand der Unterdrückten zu vergrößern. Das wird nur auf den Straßen, in Bewegung und ohne Halt mit einer jugendlichen Energie verwirklicht. Es ist nun an der Zeit den Spruch “Sturm auf die Massen, lasst uns den Widerstand vergrößern!” auf die Straßen zu tragen.